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Wohnmobil Isolierung: So kannst du deinen Minicamper dämmen

by claudia
Published: Last Updated on

Das Thema Wärmedämmung ist beim Campervan Ausbau sehr wichtig und vieles muss bedacht werden, daher habe ich eine komplette Artikelserie über die Camper Isolierung geschrieben. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf die Grundlagen: warum du deinen Camper dämmen solltest, wie du das machen kannst und was du bedenken musst.

Inhaltsverzeichnis

Weitere Artikel rund ums Camper dämmen

In den kommenden Wochen werden folgende Artikel online gehen, die ich dann hier verlinken werde.

  • Rundungen im Camper mit Filz verkleiden (kommt bald)
  • Thermovorhänge nähen (kommt bald)
  • DIY Thermomatten für Fenster (kommt bald)
Mein Minicamper Nissan NV200

Warum den Camper dämmen?

Dafür gibt es gleich mehrere Gründe und nicht nur, damit du bei kalten Temperaturen weniger frierst.

Hitze- & Wärmeschutz

Im Auto bist du den Elementen der Natur viel stärker ausgeliefert, als in einem Haus.

Die Sonne kann deinen Camper in einen Brutkasten verwandeln. Jeder kennt das, wenn er sein Auto im Sommer in der Sonne stehen lässt. Wenn du die Tür öffnest, schlägt dir ein Schwall heißer Luft entgegen. Und im Winter kühlt das Auto umso stärker aus, da der Wind von allen Seiten das Fahrzeug angreift.

Eine gute Wärmedämmung im Camper schwächt diese extremen Temperaturschwankungen ab. Außerdem hilft sie dir die Wärme im Winter drinnen zu behalten, die durch deine eigene Körperwärme, das Kochen oder eine Standheizung innen entsteht.

Als ich im Winter meinen Minicamper gedämmt habe, konnte ich direkt merken, dass es wärmer im Auto wurde.

feuchtigkeit im camper durch kondensat tauwasser

Tauwasser vermeiden

Dann geht es darum, die Bildung von Kondenswasser zu vermindern.

Sobald es einen Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen gibt, kondensiert das Wasser aus der Luft an kalten Bauteilen wie an Außenblechen oder Fensterscheiben.

Durch den Atem und Schweiß gibt der Mensch Wasser an die Raumluft ab. Kochst du dann noch im Van oder hast eine Dusche verstärkst du den Effekt. Das Problem von Tauwasser ist, dass es zur Schimmelbildung und Rost führen kann. An sichtbaren Stellen kannst du die Feuchtigkeit mit einem Tuch aufwischen, in Hohlräumen aber nicht. Hier muss die Feuchtigkeit von alleine abfließen oder abtrocknen können, am besten entsteht sie gar nicht erst.

Warme Luft kann zudem mehr Feuchtigkeit binden, als kalte. So bildet sich besonders in einer kalten Nacht viel Kondenswasser im Camper.

Idealerweise klebst du die Wärmedämmung direkt auf das Außenblech der Karosserie und verlegst damit den Taupunkt nach innen und verhinderst die Bildung von Tauwasser. Das ist an freiliegenden Blechflächen möglich. In Türen oder anderen Hohlräumen im Auto jedoch nicht, hier kannst du nur soweit möglich lose Dämmung rein stopfen.

Und dann ist es wichtig regelmäßig zu lüften, damit die feuchte Luft raus kann.

Schalldämmung

Ein netter Nebeneffekt von Wärmedämmung ist die Schalldämmung. So minimierst du Fahrgeräusche und Außengeräusche werden gedämpft.

Einige Camper bringen zusätzlich Alubutyl* auf den Blechen an, um das Dröhnen zu minimieren. Das Geräusch entsteht durch das Vibrieren der Bleche. Bei Minicampern ist dies nicht erforderlich, da die Abmessungen der freiliegenden Blechflächen nicht sonderlich groß sind.

Bei großen Campern mag das anders sein, dann ist es ausreichend auf etwa 30% der freiliegenden glatten Blechflächen Alubutyl anzubringen. Das Material kannst du mit einem Cuttermesser zuschneiden. Sei aber vorsichtig und trage Handschuhe, da die Schnittkanten anschließend sehr scharfkantig sind.

Gemütlichkeit

Und der letzte Grund, der für die Wärmedämmung spricht: eine Innenverkleidung macht den Van wohnlicher und gemütlicher. Gerade wenn du viel Zeit in deinem Camper verbringst, macht das einen großen Unterschied wie wohl du dich in deinem rollenden Zuhause fühlst.

camper-ausbau-start leerer van

Die Herausforderungen einen Camper zu dämmen

Steigst du in die Recherche ein, wirst du schnell merken, dass es nicht so einfach ist, einen Camper gut zu dämmen. Noch dazu gibt es viele unterschiedliche Meinungen zu dem Thema, so dass du am Ende ratlos bist, was die beste Lösung für dich ist. So ging es mir zu mindestens.

Nicht alle Dämmmaterialien sind für den Camper Ausbau geeignet

Das hat vor allem zwei Gründe.

Zum einen hast du keine gerade und ebenen Flächen wie in einem Haus. Ein Lieferwagen hat Rundungen und Wölbungen, Verstärkungen und die Metallbleche sind profiliert, um Material einzusparen, und Schrauben stehen vor. Feste Dämmstoffplatten kannst du nicht verwenden, außer du nimmst in Kauf viel Raum zu verlieren.

Und die zweite Herausforderung ist das Kondenswasser, das du in einem Camper nicht komplett vermeiden kannst. So muss dein Dämmmaterial geschlossenporig sein, damit es die Flüssigkeit nicht aufsaugt. Feuchte Dämmung verliert nämlich ihre Dämmfähigkeit, fördert die Bildung von Rost an der Karosserie und ohne Imprägnierung wird es zum Brutgebiet für Schimmel.

Beim Hausbau löst man das Problem von zu hoher Feuchtigkeit, indem man eine Dampfsperre vor der Dämmung anbringt oder Fassaden hinter lüftet baut, damit feuchte Luft abziehen kann. Aber selbst da kann es Probleme bei der Innendämmung geben und zur Schimmelbildung führen.

Im Camper ist es fast unmöglich eine durchgehende Dampfsperre zur Dämmung zu verlegen und für die Hinterlüftung der Innenverkleidung fehlt dir schlicht der Platz. Somit sind offenporige Dämmstoffe wie Steinwolle, Glasfaserwolle und viele Faserdämmstoffe für den Camper Ausbau nicht geeignet.

Ich habe meinen Camper deshalb mit Armaflex gedämmt, einem synthetischen Kautschuk. Das Material lässt sich einfach verarbeiten, ist weich und passt sich allen Rundungen an.

-> In diesem Artikel gehe ich ausführlich darauf ein, was für Dämmstoffe es gibt und welche sich besonders für den Camper Ausbau eignen.

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Wie kannst du Hohlräume im Camper dämmen?

Gerade in einem Minicamper wirst du viele Hohlräume haben, die du nicht so einfach dämmen kannst. Zur Aussteifung rund um die Türen und in den Seitenwänden bei den Radkästen befinden sich oft viele Hohlräume.

Anfangs dachte ich noch, kein Problem, da stopft ich einfach Glaswolle rein. Aber das wäre eine dumme Idee gewesen, da diese sich mit Feuchtigkeit vollgesogen hätte.

Dann habe ich gelesen, dass jemand seine Hohlräume mit Montageschaum (Bauschaum) ausgefüllt hat. Eine Schweinerei in der Verarbeitung und du würdest es nie wieder rausbekommen. Außerdem stoppst du die Kälteübertragung über das Bauteil nicht. Das Blech des Holms ist mit dem Außenblech verschweißt.

Deshalb habe ich mich für folgende Lösung entschieden.

Wo immer es möglich war, habe ich Armaflex an das Außenblech geklebt. Und wenn das nicht ging, habe ich einfach lose Reststücke in den Hohlraum gestopft. Alle Öffnungen von den Verkofferungen habe ich verschlossen, dafür habe ich teilweise die vorhandenen Paneele genutzt.

Die freiliegenden Blechteile habe ich bis auf die Türen zusätzlich mit einem dehnbaren Filz beklebt. Und die Dachholme habe ich mit Isolierklebeband zur Armaflex-Dämmung in den Zwischenräumen hin abgeschlossen.

Nachdem ich nun monatelang in meinem Camper lebe, auch in den kalten Wintermonaten, kann ich nun sagen, dass es funktioniert hat. Mein größtes Problem bei der Wärmedämmung sind andere Kältebrücken wie die Türen.

camper-thermomatte-fenster

Kältebrücken im Minicamper

Nicht alle Bauteile im Camper wirst du ausreichend dämmen können und somit wirst du immer Schwachpunkte, Kältebrücken, haben. Das beste Beispiel hierfür sind die Fenster, Türen und die Fahrerkabine.

An den Fenstern wird sich als erstes Tauwasser bilden, wenn die feuchte warme Innenluft an der kalten Autoscheibe kondensiert. Auch Wärme wirst du über die Einfachverglasung verlieren. Überlege dir daher gut, ob du wirklich rundum Fenster haben willst, diese wirst du nie ausreichend dämmen können.

Bei den Türen ist oft das Problem, dass sie nicht dicht schließen. Selbst mit den Dichtungen bleibt immer eine Kältebrücke und in kalten Nächten kannst du oft sogar einen kalten Luftzug spüren.

Und zuallerletzt ist da die Fahrerkabine, die ist meist überhaupt nicht gedämmt und hat zudem große Fensterflächen. Aus dem Blickpunkt der Dämmung wäre es am besten diesen Bereich komplett räumlich mit einer Trennwand abzugrenzen und zu isolieren. Ich selber liebe jedoch, dass die Fahrerkabine ein Teil meines Wohnbereichs ist und ich einfach nach vorne auf den Fahrersitz springen kann ohne das Auto zu verlassen.

Alle drei Bereiche könntest du mit Thermovorhängen ausstatten, um den Wärmeverlust zu minimieren. Bei den Fenstern und zur Fahrerkabine hat dies sogar noch einen weiteren Pluspunkt, da du so den Wohnbereich zum Schlafen verdunkeln kannst. Bei den Türen sind Vorhänge jedoch oft störend, da du viel Stoff brauchst und der Vorhang oft in der Tür beim Öffnen und Schließen hängen bleibt.

-> Hier findest du viele Tipps wie du dir Thermovorhänge selber nähen kannst und wie du kleinformatige Thermomatten für die Fenster nähst, die du mit Magneten schnell anbringen kannst. (Der Artikel geht bald online, dann verlinke ich ihn hier.)

camper isolierung kondensat bei niedrigen temperaturen

Feuchtigkeit im Camper

Bei der Dämmung von Hohlräumen und den Türen musst du aufpassen, das eindringendes Wasser weiterhin abfließen kann. Wenn du die Verkleidungen an den Türen und im Innenraum entfernst, wirst du sehen, wo regelmäßig Wasser eindringt. Diese sind meist beim Autobau berücksichtigt und Abflusslöcher nach draußen vorgesehen. Diese auf keinen Fall verschließen.

Ansonsten ist es sehr wichtig, dass du regelmäßig lüftest. Im Sommer passiert das meist von alleine, da die Türen stundenlang offen sind. Im Winter musst du öfters Stoßlüften, besonders nach dem Schlafen, wenn du nasse Klamotten im Van hast und wenn du im Camper kochst.

Hat sich besonders viel Kondenswasser an den Fenstern gebildet, kannst du es mit einem Lappen aufnehmen. Ansonsten ist es hilfreich den Wohnraum aufzuheizen, entweder mit einer Standheizung oder beim Fahren, damit er trocknen kann. Bei direktem Sonnenschein heizt sich das Auto von alleine auf.

Soweit zur Theorie, in den folgenden Artikeln geht es um die Praxis wie du deinen Camper möglichst gut dämmen kannst.


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