Vanausbau Bodenunterkonstruktion

Minicamper Ausbau: Boden dämmen & Bodenplatte einbauen

by claudia

Wer keine kalten Füße im Winter haben will, sollte seinen Boden im Camper dämmen, was natürlich gleichzeitig ein Wärmeschutz im Sommer ist. Der Boden ist die einfachste Fläche im Van, die du dämmen kannst.

Im Grunde hast du zwei Optionen: Entweder dämmst du mit einem festen Dämmstoff oder du nimmst ein weiches Dämmmaterial wie Armaflex, für das du eine Unterkonstruktion brauchst, damit es nicht zusammen gedrückt wird. Ist die Dämmung drin, fehlt nur noch die Bodenplatte, die die Basis für deinen Innenausbau ist.

In diesem Artikel erfährst du, wie du deinen Boden im Camper dämmen kannst und welche Holzplatte sich als Bodenplatte eignet. Alles natürlich mit vielen praktischen Tipps, damit du deinen Boden problemlos einbauen kannst.

Inhaltsverzeichnis

Diese Artikel könnten dich auch interessieren

  • Rundungen im Camper mit Filz verkleiden (kommt bald)
  • Thermovorhänge nähen (kommt bald)
  • DIY Thermomatten für Fenster (kommt bald)
camper-boden-holzunterkonstruktion-hecktuer

Wärmedämmung des Bodens im Camper

Falls vorhanden, entferne die alte Bodenplatte aus dem Wagen und reinige den Boden gründlich, am besten mit einer Seifenlauge. Erst jetzt kannst du sehen, ob es Roststellen am Blech gibt oder der Lack irgendwo beschädigt ist. Kümmere dich zuerst um die Beseitigung des Rostes, wenn du welchen hast.

Die nächste Frage, um die du dich kümmern musst, ist die Dämmung. Die meisten Camper dämmen entweder mit einem festen Dämmstoff wie Styrodurplatten und Korkdämmplatten oder einem weichen Dämmmaterial wie Armaflex. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, die ich dir kurz aufzeigen werden.

Feste Bodendämmung mit Styrodur oder Kork

Der Vorteil von einem festen Dämmstoff ist, dass du es über die gesamte Bodenfläche verlegen kannst, da es belastbar ist und keine Unterkonstruktion erforderlich ist. So schaffst du eine durchgehende Dämmung ohne Kältebrücken. Auf die Dämmung kannst du im Anschluss direkt die Bodenplatte legen und diese mit der Karosserie verschrauben.

Wobei viele Leute trotzdem eine Holzunterkonstruktion bauen, um eine stabile Basis für den Innenausbau zu haben. Gedämmt werden dann nur die Zwischenräume mit Styrodur.

Die Dämmplatten müssen noch nicht mal verklebt werden, sondern können lose auf den Blechboden gelegt werden. So kannst du sie später leicht wieder entfernen, wobei du höchstwahrscheinlich nie mehr an den Boden ran musst. Ansonsten müsstest du deinen kompletten Innenausbau demontieren.

Je nachdem für welchen Dämmstoff du dich entscheidest, macht es Sinn noch eine Dampfsperre zu ergänzen.

Was sind die Nachteile den Boden so zu dämmen?

Der Boden des Lieferwagens ist nicht eben, das Blech ist profiliert und somit liegt die Dämmung nicht immer direkt auf. In diesen Hohlräumen kann sich Tauwasser bei Temperaturunterschieden zwischen drinnen und draußen bilden. (Was Tauwasser genau ist, habe ich im Grundlagen-Artikel zur Wärmedämmung erklärt.) Das Tauwasser fördert die Rost- und Schimmelbildung, was nicht gut ist.

Und der zweite negativ Punkt, den einige aber nicht alle Camper bemängeln, ist, das lose verlegt Styrodurplatten quietschen können, wenn du drüber gehst. Abhilfe kannst du schaffen, indem du sie verklebst und darauf achtest, dass die gestoßenen Plattenkanten im Gangbereich sauber aufliegen. Gegebenenfalls musst du die Sicken im Blech in diesen Bereichen unterfüttern. Da du im Minicamper nicht stehen kannst, ist dieser Punkt wohl weniger relevant.

Tipp: Teste es einfach beim Einbau aus, ob es überhaupt knirscht. Lege die Dämmplatten lose rein und befestige die Bodenplatte. Lauf jetzt drüber, falls es Geräusche gibt, kannst du immer noch die Dämmplatten verkleben.

Bei Kork hast du das Problem übrigens nicht.

camper-boden-dämmung-armaflex wärmeisolierung

Weiche Bodendämmung mit Armaflex

Wenn du die Wände und Decke deines Campers mit Armaflex dämmen willst, spricht vieles dafür auch den Boden mit Armaflex zu isolieren. Das Material hat gute Dämmeigenschaften und ist einfach zu verarbeiten. Zudem ist Armaflex weich und kann direkt auf das Bodenblech geklebt werden. So verlagerst du den Taupunkt nach innen und verhinderst die Bildung von Tauwasser.

Da Armaflex weich ist, kannst du jedoch die Bodenplatte nicht direkt darauf legen, sonst würde es das Armaflex zusammendrücken. Stattdessen musst du eine Unterkonstruktion für den Boden aus Holzlatten bauen, die du mit dem Boden verklebst oder verschraubst. Der Vorteil von der Unterkonstruktion ist, dass es in Kombination mit der verschraubten Bodenplatte den Wagen aussteift und dir eine solide Basis für den Innenausbau liefert.

Der größte Nachteil ist, dass du Kältebrücken schaffst. Das Holz hat zwar auch wärmedämmende Eigenschaften, diese sind jedoch schlechter als das Armaflex. So hat Armaflex AF eine Wärmeleitfähigkeit von 0,033 λ und Holz nur 0,13 λ.

Was ist die bessere Wahl als Bodendämmstoff im Camper, fest oder weich?

Ich habe den Boden in meinen Minicamper mit 19 Millimeter Armaflex AF* gedämmt. Und an kalten Tagen (unter 10 Grad Celsius) werden meine Füße schnell kalt, wenn ich ruhig am Tisch barfuß sitze und arbeite. Die Lösung ist, Schuhe oder Pantoffel anziehen, oder meine Isomatte vom Sport in den Gang zu legen, die ich auf die Gangbreite zugeschnitten habe.

Ob es besser gewesen wäre, wenn ich den Boden anders gedämmt hätte, kann ich natürlich nicht sagen. Wahrscheinlich wäre es mit einem durchgehenden festen Dämmstoff etwas besser, aber der Boden ist längst nicht das kälteste Bauteil in meinem Auto. Schwachpunkte sind die Fenster, Türen und die Fahrerkabine. Im Dunkeln schirme ich meine Fenster mit Thermomatten und die Fahrerkabine mit einem Thermovorhang ab, was einen merklichen Unterschiedlich macht. Tagsüber jedoch nicht, an sonnigen Tagen ist das egal, da heizt die Sonne den Camper auf, an bedeckten Tagen aber nicht.

Die Frage ist, würde ich bei einem neuen Camper Ausbau, etwas ändern? Ja, ich würde den Boden mit einem festen Dämmstoff isolieren und zwar mit einer PUR-Hartschaumplatte, die die beste Wärmeleitfähigkeit unter den gängigen Dämmstoffen hat. Und wenn es der Ausbau hergibt, in einer Stärke von 30 Millimetern. Ob das wirklich einen großen Unterschied macht, kann ich natürlich nicht sagen, aber ich würde es ausprobieren wollen.

-> Hier stelle ich die unterschiedlichen Dämmmaterialien mit all ihren Vor- und Nachteilen vor.

camper-boden-unterkonstruktion-holzlatten

Unterkonstruktion für die Bodenplatte bei Dämmung mit Armaflex

Wenn du dich für Armaflex entschieden hast, musst du eine Unterkonstruktion für den Boden bauen. Bei einem festen Dämmstoff ist eine Unterkonstruktion optional.

Unterkonstruktion aus Holzlatten

Am einfachsten kannst du hierfür Holzlatten aus Nadelholz nutzen, diese sind ein preisgünstiges und leichtes Konstruktionsholz. Wähle eine passende Holzlattenstärke, die etwa deiner Dämmung entspricht. Bei 19 Millimeter Armaflex bieten sich 36 auf 18 Millimeter Latten an. Entsprechend bei einer 25 Millimeter Dämmung, das Standard-Holzlattenmaß 48 auf 24 Millimeter.

Jetzt schau im Van, wo du die Latten platzieren kannst und habe im Hinterkopf, wo du Möbel später an der Bodenplatte befestigen willst und wo Gangflächen sind. Ich habe bei mir vier Latten der Länge nach zwischen den beiden Radkästen in einem Abstand von weniger als 40 Zentimeter platziert. Das passt in etwa mit meinem Möbeln, rechts wird später die Küche sein und links die Sitzbank.

Zum Abschluss habe ich an der Hintertür noch eine Holzlatte quer angebracht und diese mit den anderen verschraubt. Gerade in den Türbereichen werden die Kanten stärker belastet und sollten mit einer Latte verstärkt werden. Da das Blech hinten leicht in der Höhe verspringt, habe ich entsprechend eine größere Latte gewählt.

Als der Holzrahmen lag, habe ich festgestellt, dass mein Boden nicht eben ist. Durch den Kleber werden kleinere Unebenheiten ausgeglichen. Jedoch musste ich gerade im hinteren Bereich zusätzlich die Latten etwas unterlegen.

camper-boden-holzunterkonstruktion

Einbau der Unterkonstruktion für den Boden

Ist deine Holzunterkonstruktion fertig, kannst du sie befestigen. Entweder nutzt du hierfür vorhandene Befestigungsmöglichkeiten im Boden, wo vorher die Bodenplatte oder Verzurrösen befestigt waren, oder du verklebst die Latten. Die höchste Stabilität erhältst du durch das Verkleben.

Hierfür musst du die Klebeflächen entfetten, das kannst du mit einem Silikonentferner machen. Als Kleber habe ich den Konstruktionskleber SIKAflex 252i* verwendet, der für die Verbindung von dynamisch beanspruchte Bauteilen geeignet ist. Lies dir vorher gründlich die Anwendungshinweise des Herstellers durch. Ich musste im Winter zum Beispiel einen warmen Tag abwarten, da der Kleber erst ab 10 Grad Celsius verarbeitet werden soll.

Tipp: Wärme den Kleber vorher auf der Heizung oder im Wasserbad auf, dann lässt er sich besser verarbeiten.

Bringe jetzt den Kleber mit einer Kartuschenpresse* in einer gewellten Wurst auf und hebe die Holzunterkonstruktion mit Hilfe von einer anderen Person rein. Ich habe vorher die Position der Holzlatten mit einem Stift auf dem Blech angezeichnet. Drücke die Latten ins Klebebett und richte sie aus. Lege abschließend die Bodenplatte rein und beschwere diese. Lass den Kleber jetzt in Ruhe aushärten, am besten 24 Stunden lang.

Anschließend kannst du die Zwischenräume mit Armaflex dämmen und die Bodenplatte befestigen.

camper-boden-unterkonstruktion-kleber aushärten lassen

Die Bodenplatte im Minicamper

Anforderungen an die Bodenplatte

Die Bodenplatte im Camper soll Unebenheiten im Boden ausgleichen und eine Basis für den Innenausbau sein, an der du Möbel befestigen kannst. Zusätzlich stabilisiert eine Bodenplatte die Karosserie, besonders wenn sie aus einem Stück ist.

Meine Bodenplatte ist einteilig und liegt zwischen den beiden Radkästen und stößt zur Fahrerkabine an die Unterkonstruktion der Sitze. Zusätzlich ist sie mit der Holzunterkonstruktion verschraubt, was sie fest mit der Karosserie verbindet und diese aussteift.

Empfehlung Stärke der Bodenplatte: Minicamper 9 bis 12 Millimeter

Die Bodenplatte muss formstabil und robust sein, am besten resistent gegen Feuchtigkeit, falls es mal einen Wasserschaden gibt oder doch Feuchtigkeit von unten eindringt. Je nach Material wird im Minicamper eine Bodenplatte mit einer Stärke von 9 bzw. 12 Millimetern ausreichen. Willst du ein Aufstelldach im Minicamper einbauen, wird teilweise eine mindestens 12 Millimeter starke Bodenplatte gefordert.

Größere Camper mit Stehhöhe brauchen entsprechend eine stärkere Bodenplatte, hier sind 12 bis 15 Millimeter ratsam.

Welche Materialien kannst du als Bodenplatte verwenden?

Generell kannst du eine Multiplex-, Siebdruck- oder OSB-Platte als Bodenplatte verwenden.

Besonders beliebt sind OSB/3-Platten als Bodenplatte im Camper, da sie ein gutes Preis-Leistungsverhältnis haben, robust, stabil und unempfindlich gegen Feuchtigkeit sind. Nur die Kanten musst du zum Schutz vor Wasser imprägnieren. Der größte Nachteil ist, dass Schrauben leichter aus der Spanplatte reißen.

Multiplexplatten sind ebenfalls geeignet, diese müsstest du jedoch vollflächig imprägnieren, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen. Und eine Siebdruckplatten ist die hochwertigste Option, da diese extrem belastbar und wasserfest sind. Lediglich neue Schnittkanten müsstest du imprägnieren. Dafür ist sie auch am teuersten von den dreien.

Mein TÜV-Prüfer hat im Vorgespräch gesagt, dass er eine OSB-Bodenplatte wegen der Splittergefahr nicht akzeptieren würde, daher habe ich eine 9 Millimeter Siebdruckplatte als Bodenplatte genommen.

-> In einem separaten Artikel stelle ich typische Holzplatten mit ihren Vorzügen und Nachteilen vor.

camper-ausbau-bodenplatte-siebdruckplatte

Anleitung: Die Bodenplatte einbauen

Nachdem du weißt, wie du deinen Boden dämmen willst und dich für eine Bodenplatte entschieden hast, geht es jetzt an den Einbau.

Material besorgen

  • Dämmung: Armaflex*, Hartschaumplatte oder Kork
  • Unterkonstruktion (falls erforderlich): Holzlatten, Schrauben, ggf. Konstruktionskleber (SIKAflex 252i*)
  • Bodenplatte: Holzplatte, Lack zur Kantenversiegelung
  • Werkzeug: Cuttermesser, Rollmaßband, Metalllineal, Stichsäge, Bohrer, Schmirgelpapier, Kartuschenpresse, Akkuschrauber

Den Konstruktionskleber, Armaflex oder Korkdämmplatten musst du gegebenenfalls online bestellen, den Rest wirst du in deinem Baumarkt bekommen.

Tipp: Lass dir die Bodenplatte im Baumarkt direkt auf die richtigen Maße zuschneiden, dann kannst du sie leichter nach Hause transportieren und oft kostet der Service noch nicht mal etwas.

Tipp: Verwende Nut und Feder Platten, falls deine Bodenplatte aus mehreren Teilen besteht. Das gibt den Platten mehr Stabilität und sie gehen eben ineinander über, ohne unschöne Höhenversatz.

Schablone für Bodenplatte erstellen

Falls dein Van eine Bodenplatte hatte, kannst du diese als Schablone benutzen. Bedenke aber, das deine neue Bodenplatte höher liegt und du wegen der Wanddämmung oder neuer Bauteile gegebenenfalls anpassen musst.

Ohne die alte Bodenplatte musst du den Boden aufmessen und für die Versprünge und Rundungen bastelst du dir am besten eine Schablone aus Pappe.

Zuschnitt der Bodenplatte

Übertrage jetzt die Schablone auf deine neue Bodenplatte. Wenn deine Siebdruckplatte eine raue und glatte Seite hast, musst du vorher überlegen, welche Seite oben sein soll. Ich habe oben die glatte Seite gewählt.

Schneide jetzt die Bodenplatte zu und lege sie zum Test in den Wagen. Erfahrungsgemäß wird sie nicht gleich beim ersten Mal reinpassen, sondern muss noch an ein paar Stellen angepasst werden. Mit den ganzen Rundungen im Van ist das nicht leicht. Ich musste sie mehrfach reinlegen, bevor es passte, da ich nicht zu viel wegschneiden wollte.

camper-boden-verzurröse

Befestigung der Bodenplatte auf der Holzunterkonstruktion

Zeichne hierfür die Position der Latten auf der Bodenplatte an. Überlege dir, in welchen Abstand du sie verschrauben willst und zeichne die Löcher an. Bohre die Löcher vor und versenke die Löcher, damit die Senkkopfschrauben bündig in der Platte verschwinden. Hebe jetzt die Platte ins Auto und verschraube die Platte mit den Holzlatten.

Lauf zum Schluss über die Bodenplatte und schau, ob es irgendwo schwingt oder knarzt.

Befestigung der Bodenplatte ohne Holzunterkonstruktion

Wenn du deine Bodenplatte direkt auf die feste Dämmplatte legen willst, musst du dir Befestigungspunkte suchen, wo du die Bodenplatte mit der Karosserie verschrauben kannst. Oft gibt es Verzurrösen im Lieferwagen, die du nutzen kannst, du musst dir nur längere Schrauben oder Gewindestangen besorgen.

Alternativ kannst du dir mit einer Gewindenietmutterzange neue Anschlusspunkte an der Karosserie schaffen.

Fertig ist der Einbau der Bodenplatte.

Manche Leute dichten die Bodenplatte noch rund herum mit Silikon ab, worauf ich verzichtet habe. Aus meiner Zeit als Innenarchitektin weiß ich, dass bei einem Wasserschaden das Wasser immer eine Lücke findet, und sei es noch das kleinste Loch. Mir ist daher viel wichtiger, das meine Dämmung kein Wasser aufsaugt und meine Bodenplatte wasserfest ist.


Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate Links, die mit einem * gekennzeichnet sind. Wenn du über den Link ein Produkt kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich entstehen keine Mehrkosten, aber du unterstützt dadurch meinen Blog. Ich empfehle nur Produkte, die ich selbst nutze und gut finde. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen. Danke für deine Unterstützung.

Das könnte dich auch interessieren

Leave a Comment

* Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich sich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden.

Diese Website benutzt Cookies. Einige von ihnen sind essenziell, während andere helfen, diese Website und Deine Erfahrung zu verbessern. Bitte stimme der Nutzung von Cookies zu. OK Mehr Infos